| NEU Dienstag, Dezember 09, 2008 |
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Aktuell: Lieber Leser, nicht per Zufall geriet ich heute auf die Seite im Internet (da geht es um die deutsche Friedhofsordnung), wo ich den folgenden Kommentar eintrug. Leider war das Feld nicht groß genug. Darum gab ich den Verweis auf diese Homepageseite. Mir gefällt es auch nicht, dass das Geschäft mit den Leichen derartig kommerziell ins Kraut geschossen. Ich bin für die Achtung des Willens eines Menschen, der bestimmen dürfen soll, wie mit seinen körperlichen Überresten verfahren werden soll.
4.12.08 19:39 Ip:87.164.204.164 hier mein Eintrag in
die besagte Homepage: Ein solcher "Schmuckstein" kann sogar später für eine DNA Analyse genutzt werden. Er enthält Hunderttausende Male mehr Informationen als die Asche eines kremierten Köpers, die ich gerne als Blumenerde dort ausgestreut wissen möchte, wo ich als Kind einen Haselstrauch gepflanzt habe und wo ich frohe Zeit erlebte. Aus einem Teil der Asche lasse ich einen blauen Diamanten brennen, der zu einem Brillanten geschliffen und mit einer Inschrift versehen wird. Eine "Totenfeier" gibt es nicht, denn ich weiß schon zu viel über das körperlose Leben, so dass ich stattdessen zu einer Feier einlade, die am 22. Juli stattfindet, nachdem die Formalitäten des Nachlasses geregelt sind. Auf dieser Feier wird gelacht, gescherzt, gesungen und getanzt. Ich halte selbst eine Ansprache an alle Anwesenden, erzähle Anekdoten, fordere auf zur einer Polonaise und gebe das Startzeichen für ein kleines Feuerwerk nach Mitternacht. Ich bin absolut sicher, dass ich körperlos anwesend bin auf dieser meiner Gedenkfeier und mich an allen Anwesenden erfreue. Leo Campen - elliot.c@web.de Patentidee angemeldet: Schmucksteinbestattung Heinsberg, den 9. Dezember 2008 - 0:47 Uhr
Leonhard Johann Campen
18. Januar 2008
Fabian Wer es noch nicht gehört oder gelesen haben sollte: In Heinsberg-Karken wurde ein Säugling in einer Tragetasche vor einer Haustüre gefunden, nachdem jemand geklingelt hatte und verschwunden war. Dieses Ereignis berührte mich so sehr, das ich folgenden Text schrieb: Ein Kind ist uns geboren, am 18. Januar 2008 und erhielt den Namen Fabian Sohn der Mutter Eva und des Vaters Adam.
Eva befand sich in einer akuten Notlage und hat dennoch mangels Kinderklappe dafür gesorgt, dass ihr Kind liebevoll versorgt und eingepackt in einer Tragetasche sofort gefunden werden konnte in Heinsberg-Karken vor einer Hautüre, hinter der sich offensichtlich Menschen aufhielten. Hätte ich, aagum, die Tasche vor meiner Hautüre gefunden, so wäre ich wahrscheinlich gleichzeitig sowohl erschrocken als auch erfreut gewesen sein. Erschrocken, weil ich gleich an Evas große Not hätte denken müssen, erfreut, weil ich das Glück gehabt hätte, ein Kind aufheben zu dürfen. Selbstverständlich hätte ich nicht gezögert, die Behörden zu informieren, weil der Rechtsstaat seine Gesetze hat. - Nun aber versetze ich mich meditativ in die Seele von Fabians Mutter, in die Seele von Eva und schreibe, was ich in ihrer Haut empfinde:
EVA: Ich spüre die Häscher und Spürhunde an jeder Straßenecke, auf jedem Platz und an jeder Stelle, wo ich mich aufhalte. Sie wollen mich verhaften und einem ordentlichen Gericht zuführen. Die Angst ist jetzt mein ständiger Begleiter und macht mich krank. Komme ich ins Gefängnis, weil ich einem Kind das Leben geschenkt habe und ich es nicht nach den Regeln der Gesetze abgegeben habe? Bin ich eine Rabenmutter, Verbrecherin, die von der Kriminalpolizei gejagt werden muss? An den Pranger gestellt werden muss? Ich spüre den Zorn und den Hass vieler Menschen, die sich über mich entrüsten. Ist da keiner, der mit mir fühlt, der mit mir trauert? Ich will keine Beileidsbekundungen, keine Entschuldigungen und keine Schönrederei. Ich stehe zu meiner Tat: Ich habe geliebt, wurde schwanger und beschoss, das Kind in gute Hände geben zu lassen. Ich will dafür kein Lob, aber auch keinen Tadel hören. Die Ermittlungen gegen mich laufen auf Hochtouren mit fieberhaftem Eifer, mit echtem Jagdfieber. Warum müsst ihr mich finden? Ich fühle mich wie eine zum Verbrennen gejagte Hexe - wenn ihr sie nur schon hättet - das würde ein Genuss, wenn ich auf dem Scheiterhaufen um mein Leben betteln und mir das Feuer ein qualvolles Ende bereiten würde. Ein abschreckendes Beispiel für alle Frauen, damit sie es besser machen sollen?! Ihr wollt mich auf der Anklagebank sitzen sehen, und ich beobachte jetzt schon, wie die Anwesenden die Köpfe zusammen stecken und tuscheln:
„Sie verzieht keine Miene und hat nicht eine Träne in den Augen. Sie ist hart gesotten und verschlagen und widersetzt gewiss jedes Therapieversuches. Sie ist ohne jedes Muttergefühl und verantwortungslos! Der arme Fabian! Was soll der einmal von ihr denken?! Wir müssen dieses Weib bestrafen, bestraafen, bestraaafen, bestraaaafen, ……..! … natürlich meinen wir es doch gut ….. bestrafen - nur zur ihrer Besserung und zur Abschreckung, damit … damit … damit ... damit“ ... ... ...
Ihr Heuchler, damit meine ich nicht nur das Gericht, sondern alle die Menschen im Abendland, die blind, dumm und bedauernswert armselig sind: Mir habt ihr die Tränendüsen heraus- operiert, meine Gesichtsmuskulatur lahm gelegt und mein Selbstwertgefühl habt ihr mit Füßen zertrampelt! Ich durfte nicht lachen, nicht weinen und keine Gefühle zeigen - so ähnlich wie es meinem Adam erging. Mit ihm habe ich für zehn Tage meines Lebens in kosmischer Ekstase die Tragik dieser Welt vergessen dürfen, denn:
Denn die Geister sind böse, aber das Fleisch ist weise.
Wir haben dich, Fabian, in Liebe gezeugt, ich habe dich mit Achtung und Wertschätzung ausgetragen als Kleinod eines Hauches von Glück, und Adam hat dich weiter gebracht. Wir rufen alle Mächte des Universums an, dass du in die Hände einer schon bestehenden Familie kommst, wo du unter Eltern und Geschwistern wie selbstverständlich aufgenommen und anerkannt wirst und die du als deine Eltern und Geschwister anerkennst. Es sei eine Familie, in der der Natur des einzelnen keine Gewalt angetan wird, so wie ein guter Gärtner in seinem Garten nicht versucht, aus einer Walnuss eine Eiche zu formen oder aus einem Holunder einen Feigenbaum züchten will, ein Gärtner, der auch nicht aus Buchsbäumen Elefanten, Ochsen und Esel zurechtstutzt oder gar gleich die vier Bremer Stadtmusikanten als einen einzigen Bonsai in seinem Vorgarten bestaunen lassen will. Nein - ein guter Gärtner soll es sein, der seinen Rebstöcken hilft, das Licht der Sonne zu finden und zu genießen, der seine Rebstöcke befreit von Ungeziefer und Wühlmäusen, der kranke Triebe entfernt und selbstzerstörerisches Wachstum verhindert, so dass seine Rebstöcke Früchte tragen können, wie geliebte Rebstöcke es können und tun. Jeder Baum im Garten des guten Gärtners trägt die Früchte, die er zu tragen in der Lage ist, und keiner verlangt etwas anderes von ihm. - So wünschen wir auch dir, Fabian, dass aus dir kein Homo Bonsai gemacht wird, sondern dass du sein darfst und deine Früchte trägst zu deiner eigenen Freude und zur Freude aller, die dich lieb haben. Adam und ich, wir sind jeder ein „Homo Bonsai“ und beklagen uns nicht einmal auf der Fensterbank einer stolzen Familie, die es gut mit uns meint, die uns über Generationen mit Erde und Wasser versorgt und uns zurechtgestutzt hat zum Ergötzen der Besucher. Ja, wir sind jeder ein Homo Bonsai - wir sind Psychokrüppel mit vielen Traumata - und wir klagen nicht einmal, wie es wäre, wenn wir draußen zu einer Rieseneiche und zu einer ebensogrossen Linde geworden wären. Stattdessen sind wir gestutzt, die Tränendrüsen entfernt, die Mimiknerven lahm gelegt und das Ganze auf eine putzige, handliche Form zurechtgeschneidert. Aber ihr, ihr Herren und Damen dieser Gesellschaft des Abendlandes, versetzt euch auch mal in meine, in unsere Lage. Meint ihr nicht, dass die Hatz eingestellt werden soll? - Wir fordern die öffentliche Bekanntgabe, dass bei uns nichts strafrechtlich zu Verfolgendes vorliegt. Wir fordern, dass jede Frau anonym entbinden darf ohne Nachfrage nach Gründen, wobei sowohl Hebammen als auch Ärztinnen und Ärzte der Schweigepflicht unterliegen. Ich, Eva, fordere zwölftausend Euro, nicht als Belohnung für eine gute Tat, sondern als Schmerzensgeld für quälende Moralansichten und stupide, inquisitorische Gesetze, die mir das Leben zur Hölle machen. Deshalb sollen sie Fabians DNA veröffentlichen zum anonymen Vergleich mit meiner DNA, damit ein noch zu findender Notar oder eine andere Vertrauensperson mir das Geld anonym zukommen lassen kann. . . . --- AAGUM: Oh weh EVA, sei von mir gegrüßt, ich komme gerade aus meiner Trance und lese noch einmal durch, was du mir diktiert hast. Es tut weh aber es ist auch schön. Ich kannte dich schon aus einem Traum in der Nacht vom 18. Januar, es war nur ein Schatten, eine beunruhigende Ahnung, die mir die Stimmung deines Diktates im Voraus anzeigte.
www.aagum.de
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Stand: 09.12.08